Die häufigsten Fragen zu Kosten, Förderung und Technik – kurz beantwortet, mit Quellen.
In vielen Altbauten ja. In einem Feldtest des Fraunhofer ISE mit 77 Anlagen in Häusern der Baujahre 1826 bis 2001 erreichten Luft/Wasser-Wärmepumpen im Mittel eine Jahresarbeitszahl von 3,4. Entscheidend sind eine passende Vorlauftemperatur und eine sorgfältige Heizlastberechnung, weniger das Baujahr.
Eine Fußbodenheizung ist hilfreich, aber in den meisten Häusern entbehrlich. Im Feldtest des Fraunhofer ISE liefen ausreichend dimensionierte Heizkörper im Mittel mit ähnlich niedrigen Temperaturen wie Flächenheizungen. Oft genügt es, einzelne zu kleine Heizkörper zu ersetzen.
Die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz hat 160 Angebote für Luft-Wasser-Wärmepumpen in Ein- und Zweifamilienhäusern ausgewertet: Sie lagen zwischen 21.099 und 54.168 Euro, im Schnitt bei rund 36.400 Euro. Davon zieht die KfW einen Zuschuss von 30 bis 70 % (bei geringem Einkommen bis 80 %) auf höchstens 28.000 Euro förderfähige Kosten ab.
Die KfW zahlt im Programm 458 eine Grundförderung von 30 %, plus 16 % Klimageschwindigkeits-Bonus (bis 31.01.2027) und bis zu 40 % Einkommens-Bonus. Zusammen sind höchstens 70 % möglich, bei einem Haushaltseinkommen bis 30.000 Euro 80 %, jeweils auf maximal 28.000 Euro förderfähige Kosten für die erste Wohneinheit.
Sie stellen den Antrag selbst im Portal „Meine KfW“, und zwar bevor die Arbeiten beginnen. Dafür brauchen Sie einen unterschriebenen Vertrag mit dem Fachbetrieb, der unter der Bedingung der Förderzusage steht, und die „Bestätigung zum Antrag“ (BzA). Ausgezahlt wird nach Abschluss der Arbeiten, sobald Sie die Nachweise hochgeladen haben.
Maßgeblich ist, was beim Nachbarn ankommt: In allgemeinen Wohngebieten gelten nachts 40 dB(A), in reinen Wohngebieten 35 dB(A). Wie viel Abstand dafür nötig ist, hängt vom Schallleistungspegel des Geräts und vom Aufstellort ab. Mit einem leisen Gerät und gutem Standort reichen oft wenige Meter.
Das hängt vor allem von zwei Zahlen ab: der Jahresarbeitszahl Ihrer Wärmepumpe und Ihrem Strompreis. Den Stromverbrauch schätzen Sie, indem Sie Ihren bisherigen Gasverbrauch durch die Jahresarbeitszahl teilen. Mit einem Wärmepumpentarif und reduzierten Netzentgelten nach § 14a EnWG sinkt der Strompreis spürbar.
Ja, eine Wärmepumpe arbeitet auch ganz mit Netzstrom. Ob sie sich rechnet, bestimmen vor allem Jahresarbeitszahl und Strompreis. Eine Solaranlage kann die Kosten zusätzlich senken, liefert aber gerade im Winter, wenn am meisten geheizt wird, laut Verbraucherzentrale zu wenig Strom für den kompletten Heizbetrieb.
Die wichtigsten Nachteile sind höhere Anschaffungskosten, die Abhängigkeit vom Strompreis und eine anspruchsvolle Planung. Luft-Wärmepumpen arbeiten an kalten Tagen weniger effizient und brauchen einen gut gewählten Aufstellort. Schwierig wird es vor allem in Häusern, die dauerhaft sehr hohe Vorlauftemperaturen brauchen. Als Stromfresser gilt eine gut geplante Wärmepumpe zu Unrecht: Im Feldtest des Fraunhofer ISE erzeugten Luft-Wärmepumpen aus 1 kWh Strom im Mittel 3,4 kWh Wärme.
Ja. Laut Verbraucherzentrale steckt selbst bei Minustemperaturen genug Umweltwärme in der Luft, und Luft-Wasser-Wärmepumpen arbeiten laut Bundesverband Wärmepumpe inzwischen bis zu −28 °C. Mit sinkender Außentemperatur sinkt allerdings die Effizienz, die Wärmepumpe braucht dann mehr Strom. An sehr kalten Tagen kann ein Heizstab unterstützen; im Fraunhofer-Feldtest lag sein Anteil bei 1,3 % des Stroms.
Häufig ja, besonders wenn die Gasheizung ohnehin in die Jahre kommt. Ist sie mindestens 20 Jahre in Betrieb, zahlt die KfW selbst nutzenden Eigentümern bis 31.01.2027 zur Grundförderung von 30 % zusätzlich 16 % Klimageschwindigkeits-Bonus. Die Umstellung kostete in 160 geprüften Angeboten im Schnitt rund 36.400 Euro vor Förderung. Ob sie sich im Betrieb rechnet, hängt von Jahresarbeitszahl und Strompreis ab.
Die passende Leistung ergibt sich aus der Heizlastberechnung nach DIN EN 12831, die für die KfW-Förderung raumweise vorgeschrieben ist. Faustformeln geben nur eine grobe Richtung: Nach einer Übersicht von co2online liegt der Wärmebedarf je nach Dämmstandard zwischen 0,015 und 0,12 kW pro Quadratmeter. Für 150 m² ergibt das gut 2 bis 18 kW – eine Spanne, die zeigt, warum die Berechnung zählt.