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Welche Leistung braucht meine Wärmepumpe? (kW pro m²)

Kurz gesagt

Die passende Leistung ergibt sich aus der Heizlastberechnung nach DIN EN 12831, die für die KfW-Förderung raumweise vorgeschrieben ist. Faustformeln geben nur eine grobe Richtung: Nach einer Übersicht von co2online liegt der Wärmebedarf je nach Dämmstandard zwischen 0,015 und 0,12 kW pro Quadratmeter. Für 150 m² ergibt das gut 2 bis 18 kW – eine Spanne, die zeigt, warum die Berechnung zählt.

DIN EN 12831raumweise Heizlastermittlung, Voraussetzung für die Förderung
0,015–0,12 kW/m²Wärmebedarf je nach Haustyp, vom Passivhaus bis zum ungedämmten Altbau (Faustwert)
m³ ÷ 250Einstiegsrechnung: Gasverbrauch pro Jahr in m³ geteilt durch 250 ergibt kW
+0,4 kWZuschlag für Warmwasser bei 4 Personen im Beispiel nach VDI 4645

Heizlast statt Wohnfläche

Die Heizlast gibt an, wie viel Wärmeleistung Ihr Haus am kältesten Auslegungstag braucht, in Kilowatt. Sie hängt von Dämmung, Fenstern, Lüftung und dem Standort ab. Maßgeblich ist die Normaußentemperatur, die in Deutschland je nach Ort zwischen etwa −18,8 und −4,2 °C liegt.

Für die KfW-Förderung ist eine raumweise Heizlastermittlung nach DIN EN 12831 vorgeschrieben, Vereinfachungen sind möglich. Sie soll über- und unterdimensionierte Anlagen vermeiden. Das Umweltbundesamt empfiehlt ausdrücklich eine Berechnung durch eine Fachkraft statt einer einfachen Schätzung.

Faustwerte nach Wohnfläche – grobe Orientierung

co2online nennt folgende Werte für den Wärmebedarf je Quadratmeter. In Klammern stehen die rechnerischen Werte für 120 und 150 m²:

  • Passivhaus: 0,015 kW/m² (1,8 kW · 2,3 kW)
  • Neubau nach EnEV: 0,04 kW/m² (4,8 kW · 6 kW)
  • Neubau mit konventioneller Dämmung: 0,06 kW/m² (7,2 kW · 9 kW)
  • Sanierter Altbau bzw. Neubau ohne Wärmedämmung: 0,08 kW/m² (9,6 kW · 12 kW)
  • Altbau ohne Wärmedämmung: 0,12 kW/m² (14,4 kW · 18 kW)

Faustformel nach Gasverbrauch

Für ein erstes Angebot nennt der Bundesverband Wärmepumpe eine Einstiegsrechnung: Gasverbrauch pro Jahr in Kubikmetern geteilt durch 250 ergibt die Heizlast in kW, bei Heizöl die Liter geteilt durch 250. Nach der sogenannten Schweizer Formel, die auch Warmwasser berücksichtigt, ist der Teiler 300. Der BWP betont, dass eine gründliche Heizlastermittlung später unbedingt Teil des Angebots sein sollte.

Zu groß oder zu klein: die Folgen

Laut Verbraucherzentrale wird es mit einer zu kleinen Wärmepumpe nicht ausreichend warm, eine zu große geht schneller kaputt. Der BWP-Leitfaden zeigt die Unterschiede an einem Einfamilienhaus mit 10 kW Heizlast bei −12 °C:

  • Zu klein (4,2 kW bei −12 °C): Heizstab deckt 7,5 % der Wärme, Jahresarbeitszahl 3,1
  • Optimiert (6,5 kW): Heizstab 1,2 %, Jahresarbeitszahl 3,5
  • Zu groß (8,8 kW): Heizstab 1,0 %, Jahresarbeitszahl 3,3 – häufigere Verdichterstarts, höhere Anlagenkosten, kürzere Lebensdauer
  • Jahresarbeitszahlen jeweils bei 55 °C Vorlauf, leistungsgeregelte Luft-Wasser-Wärmepumpe

Warmwasser gehört dazu

Bereitet die Wärmepumpe auch Warmwasser, wird die Leistung angepasst. Nach dem vereinfachten Verfahren der VDI 4645 werden je Person 1,45 kWh pro Tag angesetzt, plus 3 kWh für Speicher- und Verteilverluste. Für vier Personen steigt die Auslegungsleistung im BWP-Beispiel damit um 0,4 kW.

Beispiel: drei Faustformeln für ein Haus mit 150 m² und 2.000 m³ Gasverbrauch (Beispielwerte)

Gasverbrauch ÷ 250: 2.000 ÷ 250 = 8 kW

Schweizer Formel inkl. Warmwasser: 2.000 ÷ 300 ≈ 6,7 kW

Wohnfläche, sanierter Altbau: 150 m² × 0,08 kW/m² = 12 kW

Die Ergebnisse liegen weit auseinander. Im Fraunhofer-Feldtest waren viele Wärmepumpen gemessen am Verbrauch überdimensioniert – die raumweise Heizlastberechnung schafft hier Klarheit.

Faustformeln helfen beim Einordnen, die Gerätegröße legt die Heizlastberechnung fest. Fordern Sie ein Angebot an, das die raumweise Berechnung enthält, und prüfen Sie vorab Ihre mögliche Förderung.

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